3. Dezember – Ich habe eine Geschichte für dich (Frau Gieß)

Ich habe eine Geschichte für dich.

Sie heißt „Bohnen zählen“.

Es war einmal eine sehr alte Frau, die glücklich und zufrieden lebte. Viele Menschen beneideten sie, weil sie eine echte Lebenskünstlerin war.

Die alte Frau verließ niemals ihr Haus, ohne eine Handvoll getrocknete, weiße Bohnen mitzunehmen.

Sie tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen, nein, sie steckte sie einfach in die rechte Tasche ihrer Jacke. Jedes Mal, wenn sie tagsüber etwas Schönes erlebte – den Sonnenaufgang, das Lachen eines Kindes, eine kurze Begegnung, ein gutes Mahl, einen schattigen Platz in der Mittagshitze – nahm sie dies ganz bewusst wahr, freute sich darüber von Herzen und ließ eine Bohne von der rechten Tasche in die linke gleiten. War das Erlebnis besonders schön und gar überraschend, wechselten zwei oder drei Bohnen die Seite.

Abends saß die alte Frau dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der Tasche. Sie zelebrierte dies geradezu und führte sich so vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war. Und auch an einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählen konnte, war der vergangene Tag ein gelungener Tag – es hatte sich zu leben gelohnt.

Quelle: http://www.gratefulness.org/a/2012/bohnen_geschichte

Lust auf ein Experiment?

Mach es doch wie die alte Frau, ob mit weißen, roten Bohnen, mit Maiskörnern …

Wann immer du etwas erfährst, was sich angenehm anfühlt, erlebe es mit deinen Sinnen. Lenke deine Aufmerksamkeit auf solche Momente, nimm sie wahr, wenn sie geschehen und sammle sie.

Und – wenn du möchtest – erinnere dich an deine gesammelten Momente am Ende des Tages und zähle deine Bohnen, Maiskörner …

Geschenkidee:

Du kannst die Geschichte gerne weiter verschenken, vielleicht ja auch mit einem Säckchen mit Bohnen …